Was ist ein cookie?


Ein "cookie" ist ein Kekschen. Im Brauser (sowohl Netscape wie Internetexplorer) ist der Empfang von cookies standardmäßig eingeschaltet. Viele überlesen, daß sich lediglich die WARNMELDUNG abstellen läßt und meinen, wenn man diese Funktion ausschaltet, kriegt man keine cookies mehr. Leider falsch, damit unterbindet man nur die Warnmeldung.

Cookies können eigentlich nichts anstellen und sind harmlos. So schreibt der bekannte Stefan Münz, unser Meister des HTML und des Java:

Cookies (Kekse) sind ein nicht unumstrittenes Feature, das Netscape in JavaScript eingebaut hat. Cookies erlauben einem JavaScript-Programm, Daten auf der Festplatte des Anwenders zu speichern. Dies geschieht jedoch in kontrollierter Form. Ein "Ausspionieren" der Anwenderfestplatte ist dabei ebenso wenig möglich wie das Plazieren von ausführbarem Code, also etwa Viren. Denn wenn Sie in einem JavaScript einen Cookie schreiben, können Sie nicht angeben, wohin der Cookie beim Anwender gespeichert wird. Das kontrolliert der WWW-Browser des Anwenders. Außerdem können Cookies keine unkontrollierten Datenmengen auf den Anwenderrechner schreiben, sondern nur eine begrenzte Anzahl von Zeilen. Jede solcher Zeilen definiert eine Variable und weist dieser Variablen einen Wert zu. Ein Cookie läßt sich also mit einem Eintrag in einer Konfigurationsdatei vergleichen - mit dem Unterschied, daß der Cookie keine Konfigurationsdaten des Anwenderrechners ansprechen kann.

Aber:
Ein Ausspionieren ist durch Hacker-Methode möglich: so kann z.B. die Bookmark-Liste (Favoriten / Lesezeichen) ausspioniert werden, dies ist bei Netscape Communicator Version 4.x möglich. Dadurch werden Links ausspioniert und können e-Mails aussortiert werden. Es ist dann möglich, daß Ihnen oder einem andern eines Tages eine e-Mail zugeschickt wird, dazu beigepackt ein Virenprogramm. Ahnungslos laden Sie herunter und öffnen das beigefügte Programm, und schon haben Sie einen Virus oder Sie landen in irgendeiner Reklame-Adressensammlung, und Sie erhalten dann täglich Unmengen von wertvollen Informationen über neueste Firmenprodukte, die Sie gar nicht brauchen, und das alles natürlich auf Ihre Kosten. Windows98 (und i-Explorer) behauptet sogar, daß es nicht mehr für Ihre Systemsicherheit sorgen kann, wenn Sie diese Reklame-Aktion ablehnen, so ein Schmarrn! Also prüfen Sie sehr genau, ob und welche Cookies Sie zulassen !

Diese Information kommt von der Firma Netscape selbst und ist vom Mai 2000:

Und Vorsicht bei Online-Banking:
Normalerweise will eine Firma mit einem cookies lediglich die Erreichbarkeit (Namen und Server) notieren. Auch wir verwenden cookies z.B. für den Zähler. Eigentlich sind cookies also harmlos.
Aber: mit cookies lassen sich mit bestimmten "Hacker"-Tricks unter Umständen eben doch gewisse ausführbare Anweisungen auf die Festplatte schmuggeln (kein Code, jedoch der Aufruf der Cookie-Herkunftsadresse, wo nämlich die Anweisung gelagert ist), dies hat der Chaos-Computerclub im Fernsehmagazin "ComputerClub" vom WDR vor der Kamera praktisch vorgeführt. Eine solche Anweisung vermag es z.B., sich online an eine Sammelüberweisung im Online-banking zu hängen, sodaß das Konto unbemerkt ausgeräubert werden könnte. Die Postbank hat daraufhin ihre Kunden benachrichtigt, daß nur noch Einzelüberweisungen zu tätigen seien. Die werden das nicht ganz grundlos getan haben.

Also besser: im Brauser die Warnfunktion für cookies einschalten und jedesmal, wenn nach dem Plazieren von cookies gefragt wird, aufs Neue entscheiden...


Zu dieser cookie-Datei kam eine Mail:

Hallo, cookie-Verfasser!

Also, so einen Schmarrn über cookies in Zusammenhang mit NC- bzw. IE-Dialogboxen habe ich schon lange nicht mehr gehört. Entweder Ihr informiert Euch sachlich korrekt (z.B. Zeitschrift c´t) oder laßt es ganz bleiben. Mit Halbwahrheiten bzw. Fehlinformationen ist niemanden gedient.

Oder ist jene Seite nur kabarettistisch gemeint? Ich denke nicht, oder ?

Mfg, Rainer


Unsere Antwort auf die Mail:

Hallo Rainer,

Dieser Schmarrn kommt vom Computerclub im WDR. Auch die Meldung, daß mit einem cookie eben doch eine ausführbare Anweisung übertragen werden könnte, weil ein cookie seine eigene Herkunftsadresse ansprechen und aufrufen kann, dort ist der Code gelagert. Die c't habe ich auch. Zeitschriften wissen aber auch nicht immer alles. Und c't hat nicht das geringste Interesse daran, vor cookies zu warnen, da sie selbst (wie auch wir) cookies setzen wollen. Im WDR hat einer vom CHAOS-Club nämlich genau dies alles mit einem cookie live vorgeführt.

<< Oder ist jene Seite nur kabarettistisch gemeint? Ich denke nicht, oder ? >>

Frag den Computerclub, ob diese Meldung eine Halbwahrheit bzw. Fehlinformationist und ob er dies kabarettistisch gemeint hat. Ich habe seit zwei Jahren monatliche Disketten vom Computerclub mit allen Fernsehsendungen und habe extra nochmal nachgeschaut. Und die "zwei Wolfgangs" vom WDR sind für mich größere Experten als die Leute von c't. Auch Computer-Experten können evtl. noch was dazulernen, besonders bei solch schlagenden Beweisen, wie sie im Computerclub vorgeführt wurden.

Es steht in der Datei cookies.htm ja auch nicht, dass jedes cookie dies macht, sondern nur, daß solches mit cookies möglich ist. Es geschieht ja vielleicht auch nur ganz selten. Aber ein Hinweis muß erlaubt sein. Es muß ja keiner gute Ratschläge annehmen...

Gruss
HoMü (Red.)


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