Bessere Kommunikation

Kolumne am 08.03.2011

Immer wenn die Politik eine falsche Entscheidung trifft entsteht die Ausrede, es müsse eine "bessere Kommunikation" stattfinden. So auch momentan zu E10:

Der Anbau ist nicht ökologisch: es werden Regenwälder abgeholzt und dafür riesige Plantagen angelegt. Die Regenwälder haben Kohlendioxyd aufgenommen, die Bäume haben das durch Photosynthese in Sauerstoff umgesetzt. Den brauchen wir zum Atmen. Es ist also auch unser Problem!

Die Böden haben bisher Kohlendioxyd aufgesaugt und somit verringert. Die riesigen Plantagen saugen jedoch kein Kohlendioxyd auf. Dasselbe gilt auch für Plantagen in Deutschland: nur ökologisch gepflegte Böden nehmen Kohlendioxyd auf, Plantagen aber nicht. Dadurch wird weniger Kohlendioxyd abgebaut und somit angereichert. Das ist nicht ökologisch und nicht BIO.

Um mit Ethanol nur 100 km auf einer deutschen Autobahn zu fahren wird Ethanol z.B. aus Weizen benötigt, die Menge an Weizen ist jedoch soviel, daß davon eine mehrköpfige afrikanische Familie mit vielen vielen Kindern einen ganzen Monat leben könnte! Das ist grausam unverhältnismäßig.

Je mehr Ethanol aus Nahrungsmitteln wie Weizen, Mais, Sojabohnen etc. erzeugt wird, desto teurer werden die dadurch knapper werdenden Nahrungsmittel: die Preise für Nahrungsmittel, Brot, Zucker, Grundnahrungsmittel und vegetarische Kost steigen um ein Mehrfaches. Das ist unmoralisch und wird immer weniger bezahlbar besonders für Arme, Arbeitslose, Rentner und andere wenig verdiende.

Weltweit und auch in Deutschland werden Wälder abgeholzt, um umweltschädliche Plantagen zu errichten, werden Kleinbauern und ökologischer Anbau benachteiligt. Deswegen hat der deutsche Bauernverband (vorwiegend Vertreter der Agrarindustrie, nicht aber der Kleinbauern und Biobauern) für E10 gestimmt. Für mich eine ungültige Stimme.

Das alles braucht Energie, diese ist zu 90% nicht umweltfreundlich (Atomkraft / Kohleabbau / Energiekonzerne), somit ein Abzug in der Kette zu Gunsten der Erzeugung von E10. Da hilft auch keine "Bessere Kommunikation". Der Steuerzahler bezahlt dazu reichliche Förderungsgelder in Deutschland und in der EU. Wer bezahlt die Förderung von Elektro-Autos? Und wer bezahlt die Entsorgung der alten Batterien in den E-Autos? Wir ahnen es: der Steuerzahler. E-Autos meist sind nur ein Zweitwagen für besonders Reiche!

Die Erzeugung von Ethanol verbraucht Ernergie und setzt damit Kohlendioxin frei Um mit dem Auto eine bestimmte Strecke zu fahren braucht man mit Ethanol wesentlich mehr Kraftstoff als mit Super plus, das bedeutet, daß der geringere Preis für E10 im Vergleich zum teureren Super plus denselben Preis wenn nicht gar weniger an Kraftstoffverbrauch bezahlt. Der leicht niedrigere Preis für E10 ist also eine Täuschung der Minaralölfirmen, um Profit zu machen. Man darf nicht alles glauben, was selbsternannte "Experten" so verzapfen.

Ebenso erzeugt der Transport von Ethanol über Schiffe, Flugzeuge, Autobahnen und Bundesstraßen (ob aus Brasilien usw. oder innerhalb Deutschlands) Kohlendioxyd: ein Abzug in der Kette der Erzeugung von E10. Der Steuerzahler bezahlt die Rechnung für Autobahnen und Bundesstraßen mit seiner KFZ-Steuer.

Der Strom in den Batterien der Elektro-Autos stammt aus der Stromerzeugung aus Atomenergie, Kohle und Gas. Wir bräuchten keine neuen Netzleitungen für den Strom aus erneuerbarer Energie, wenn die Atomlobby in den Netzen zurückgeschraubt würde auf die realen Werte, sie werden voll eingespeist zum Schaden der längst billigeren erneuerbaren Energie. Der Atomstrom ist der teuerste den es gibt, enn die Atomwirtschaft diese selbst bezahlen müßte, doch die Endlagerung des Atommülls wird vom Steuerzahler übernommen.

Summa sumarum: ingesamt sind die Erzeugung von E10 und das Elektro-Auto umweltschädlich und verbraucherfeindlich! Selbst das Wirtschaftsmagazin bestätigt diese Einschätzung. Dagegen sind nur Brüderle, Schwesterle und der momentane Umweltminister.

Die beste Kommunikation ist die zwischen mir und meinem Geldbeutel. Das alles gilt ebenso für Hartz IV.

Fazit:
Wenn in meinem Geldbeutel mehr drin ist als im Vormonat ist das eine gute Kommunikation. Wenn darin weniger Geld ist als im Vormonat, ist es eine schlechte politische Entscheidung! Da hilft auch keine "bessere Kommunikation".

Holger Münzer am 08.03.2011


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