Die Berliner Ballett-Ensembles sollen zu einem "BerlinBallet" verschmolzen werden

dpa: Freitag, 8. August 1997
Berlin - Die drei Ballett-Ensembles in Berlin sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre zu einer neuen Compagnie mit dem Namen "BerlinBallett" verschmolzen werden. Dieses Ensemble werde 1999 als eigenständige Organisationsform gegründet, sagte Berlins Kultursenator Peter Radunski am 8.8.97.

Das "BerlinBallett" werde aus jeweils einer klassischen und einer modernen Compagnie bestehen. Bisher gibt es jeweils ein Ballett-Ensemble an der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper und der Komischen Oper.

Berlin spiele im internationalen Tanzgeschehen immer noch eine eher untergeordnete Rolle. Das liege aber nicht an der Qualität der Tänzer, sondern an den bisherigen Strukturen, sagte Radunski. Noch in diesem Jahr werde deshalb ein Leiter für das künftige neue "BerlinBallett" verpflichtet.

»Diese Persönlichkeit aus dem Tanzbereich muß vornehmlich Managementqualitäten habe«, erklärte der Senator. »Gespräche in diesem Zusammenhang werden zur Zeit geführt.« An welchem Ort die Tänzerinnen und Tänzer des geplanten "BerlinBallett" künftig arbeiten werden, sei vom künstlerischen Gesamtkonzept abhängig.

Bereits 1998 sollen die drei Ensembles durch einen Kooperationsvertrag verbunden werden. Mit dieser Vereinbarung sollen dann unter anderem die Spielpläne und Neuproduktionen gemeinsam abgestimmt werden. Außerdem werde die Nachwuchsförderung, die Auswahl von neuen Tänzern sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Werbung zusammen koordiniert, sagte Radunski.

In dieser ersten Phase sei jedoch sichergestellt, daß die Ensemble innerhalb ihrer jeweiligen Opernhäuser noch über eigene Budgets verfügen. Das "BerlinBallett" wird später einen eigenen Finanzhaushalt haben.

Das jährlich stattfindende Internationale Tanzfestival "Tanz im August" soll nach Vorstellung der Senatskulturverwaltung funktionell und inhaltlich in die Arbeit des "BerlinBallett" eingebunden werden. Auch mit der freien Szene soll dann enger zusammengearbeitet werden. Nicht zuletzt nationale und internationale Koproduktionen werden das Profil der neuen Ballett-Compagnie bestimmen.

Über alle weiteren Schritte zur Gründung des "BerlinBallett" wird eine "Berliner Ballettkonferenz" entscheiden. Die letztliche Entscheidungsbefugnis hat jedoch die Kulturverwaltung.

Die Hauptstadt investiert zur Zeit mehr als 30 Millionen Mark jährlich in den Bereich Ballett und Tanz. Davon rund 26,5 Millionen in die drei Ballett-Ensembles der Opernhäuser, rund 1,4 Millionen in die Förderung der freien Tanzszene und rund 2,8 Millionen in das Tanz-Ensemble von Johann Kresnik an der Volksbühne.
dpa


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