Die Kurortgaleristin
flötete mich an:
"Ach, Meister,
welchen Stil vertreten Sie denn so?"
Und - künstlerartig
faungleich, gefiederspreizend
hub ich an:
"Ach wissen Sie,
die Stile heute,
Ismen also,
gibt es ja kaum noch.
Nicht mehr so,
ich weiß nicht, wie ich Ihnen ...
ich jedenfalls,
ich denke nicht an
Ismen, Richtungen und Stile,
ich habe meine eigenen ..."
"Ja, das versteh' ich schon,
doch - wissen Sie -
Sie müssen auch bedenken -
meine Kunden,
die wollen da nicht raten
sie wollen sehen und erkennen,
so: 'Ach ja
da ist eine Brücke,
da ein Baum,
natürlich grün.
Und überhaupt
es muß in meine Wohnung passen,
und die Couch ist blau,
nein, mehr ein dunkelblau,
so zum Türkis hin - wissen Sie?'
Und Sie als Künstler müssen das verstehn.
Und leben wollen Sie ja auch, nicht wahr?
Und, wissen Sie,
ich mach' das Ganze
auch noch nicht so lange,
erst seit mein Mann - --
Angina Pectoris.
Ja - vor zwei Jahren,
es war schrecklich.
Und dann die Kinder aus dem Haus,
naja - und jedenfalls ...
Und wie verbleiben wir
ich hab' ja Ihre Nummer.
Ja, ich melde mich
und schicke meinen Sohn.
Es war sehr interessant.
Und ich bedanke mich,
und jedenfalls,
wir hören voneinander.
Ja, also dann - "
Und draußen wehte der Wind ...