Eisenbahnfahrt
aus dem Chanson-Zyklus: "Gesang zwischen den Stühlen"
Text: Erich Kästner
Komposition: Holger Münzer (1978)
für 2 Stimmen, Klavier und Violine solo
Versionen auch für 2 Stimmen und Violine
oder 2 Stimmen und Klavier vorhanden
Die Welt ist rund. Man geht auf Reisen,
damit sich die Nervosität verliert.
Und Bauern stehen an den Gleisen,
als würden sie fotografiert.
- Man sieht ein Schloß und spiegelglatte
- Gewässer und ein rotes Feld mit Mohn.
- Die Landschaft kreist wie eine Platte
- auf Gottes großem Grammophon.
Der Schnellzug rast und will nicht rasten.
Die Hühner nicken längs der Bahn.
Vorm Fenster wehen Telegrafenmasten
wie Maiglöckchen aus Porzellan.
- Die Drähte fallen tief und steigen.
- Die Masten gehen manchmal in die Knie.
- Es ist als ob sie sich vor uns verneigen.
- Uns wird so eigen.
Wir ziehn den Hut und grüßen sie und schweigen.
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