Polly - oder das jähe Ende
aus:
"Was nicht in Euren Lesebüchern steht" von und mit Holger Münzer
Text: Erich Kästner
Komposition: Holger Münzer (1973)
Gesang: Holger Münzer (1976)
Sie war am ganzen Körper blond,
soweit sie Härchen hatte.
Bis zum Betthimmel reicht ihr Horizont,
ihre Seele war scheinbar aus Watte.
Sie griff sich an wie teurer Velour
von der allerzartesten Sorte.
Sie war ein waagerechte Natur
und marschierte am liebsten am Orte.
Sie hatte den Mund auf dem rechten Fleck
und viele andere Schwächen.
Sie war das geborene Männerversteck,
zerbrechlich, doch nicht zu zerbrechen.
Noch ehe man klopfte, rief sie: Herein!
und fand die Natur ganz natürlich.
Und manchmal wurde sie handgemein ...
ich fürchte, ich bin zu ausführlich.
Wie dem auch sei, sie starb zum Schluß,
obwohl sich das nicht schickte,
bei einem komplizierten Kuß,
an welchem sie erstickte.
Das war sehr peinlich für den Mann.
Er pfiff, soviel ich glaube:
'Rasch tritt der Tod den Menschen an!' -
Dann machte er sich aus dem Staube ...
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