Vorwort von Klaus-Peter Hellriegel
Malerei und Dichtung als Menschen-Kunst. Der Wunsch und Versuch, Kunst und Leben wieder in eins zu setzen. Kein Verharren im Elfenbeinturm akademischer Malerei, sondern in unverbildeter Sehweise die "Objektive" der Zuneigung zu porträtieren: den Freund, das Kind, die Mutter - den Mikrokosmos Liebe - Familie - Umwelt.
Bei allem expressiven Duktus ist es nicht der malerische Formalismus, der die Bilder von Christa Guillaume prägt, sondern die Strahlkraft der Menschlichkeit. Mal verhalten, fast monochrom, dann wieder flirrend pastellig entwirft sie ihre Bilder, ihre gemalten Träume und Wirklichkeiten, ihre Senhsüchte und Verletzungen, ihre Zuwendungen und Abwehr, die Nähe und Fluchten.
Ob Porträt oder Selbstporträt - in dynamischen Farbfeldern spiegelt sich der Traum vom rücksichtsvollen Miteinander, die Sehnsucht nach heilen Beziehungen in einer als kalt empfundenen Gesellschaft der Ellenbogen und Eiszeiten der Herzen.
Deutlich erkennbar leitet sich hieraus das "Malmotiv" ab: Die Bilder sind eine Balance zwischen Leid und Hoffnung, das Wagnis, der Versuch auch, mit der Kunst aus der irrealen Welt der Vorstellungen die Realität erfolgreich zu bewältigen. Ihre Malerei ist eine Kunst ohne jede Agressivit&aumt;. Ihre Voraussetzung - selten in einer lauten schnellen Zeit - Stille, Nachdenklichkeit, Zuneigung und eine geheime Sorge um den Zustand der Welt und der Dinge und vor allem den Menschen in ihr.
Ihre Malerei ermutigt, ihre Palette heißt Menschlichkeit, ihre Farbe Hoffnung.
Mit ihr im Einklang die Poesie von Peter Jahns. Ihm gelingt scheinbar mühelos die Übersetzung der Gefühle und Gedanken in eine eigene Sprache - eine Sprache der Vertrautheit, in Reimen und Rhythmen, Formen und Formulierungen. Peter Jahns artikuliert in schlichter Sprache sein Lebensgefühl - allen leisen Verfremdungen und Verkleidungen zum Trotz - die Welt seiner Hoffnungen, Ängste, Zweifel und Liebe.
In seinen Gedichten will Peter Jahns "dabei" sein, Nähe suchen und bieten. Er folgt dem Gebot der Lyrik auf bescheidene und ehrliche Weise: die Dinge wahrnehmen, beim Namen nennen, vorsichtig benennen, wahrheitsgetreu und aufrichtig. Eine Sprache, die liebevoll und selbstgewiß in den Gedichten "Ich und Du", sogar "Wir" sagt.