"Det Ende von't Lied"
aus dem Liederzyklus: "Rinnsteinlieder"
Text: Albrecht Voigtländer (etwa 1893)
Musik: Holger Münzer, (1981), Gesang: Ralf Schmidt
Wat sammelt sich für Volk da an?
Wat jaffen alle da?
Et is een Meechen umjefall'n,
kaum det et eener sah!
- So in de zwanz'jer Jahre alt,
- verhungert, abjezehrt,
- so det man fast bei den Radau
- den Magen knurren hört.
Een Schutzmann nimmt det Meechen uff,
"Rin in de Droschke nu...
schnell, Kutscher, nach de Schareteh!" -
schwapp, is de Klappe zu.
- Det Meechen kannt' ick früher schon,
- is armer Leute Kind,
- doch früher war se anders noch,
- fidel, wie Kinder sind,
- doch friher war se anders noch,
- fidel, wie Kinder sind.
Mit Singsang wuchs det Meechen uff
und wurde hübsch und schlank.
Da kam der Krach! Ihr Vaterken,
det wurde wurde plötzlich krank.
- Und nach zwee Tage - Vater dot!
- Nu jing der Jammer los!
- Een Nasenquetscher nahm ihm uff,
- zwee Menschen folchten bloß.
Denn kam 'ne schwere, bange Zeit,
die jönn' ick keenem Hund;
se nähten sich und stickten sich
de Fingern alle wund.
- Jehungert ham'se und jedarbt,
- det ihn' de Schwarte knackt,
- der liebe Jott, der hatte ihn'n
- zu ville uffjesackt!
- Der liebe Jott, der hatte ihn'n
- zu ville uffjesackt!
Keen Jeld war for de Miete da,
der Wirt wollt exmittiern -
so'n Hauswirt kehrt sich ja an nüscht,
von Herz is nüscht zu spür'n.
- "Raus! Uff de Straße! Raus mit eich!
- Nich länger wird jetalt!" -
- Da hat die Dochter selber ihm
- de Miete denn bezahlt...
Daruff jing et denn schnell berchab,
de Mutter starb denn ooch,
det Meechen blieb alleene bloß
un schlimmer kam et noch.
- Det Leben nahm se mechtig mit,
- se sank so peh a peh ...
- und nu det Endet von det Lied
- det singt de Schareteh.
- Und nu det Ende von det Lied
- det singt de Schareteh. -
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