Das kleine Tierili

      Das kleine Tierili
      ist ein Tieri
      ist ein Tier
      ist ein Hund
      soll, so schubladenfügen es die Menschen, ein
      Kampfhund sein.

      Das kleine Tierili
      ist neu bei uns als ein Tieriliheimchen.
      Ein Tierheim ist kein Tiergarten,
      Knast alle zwei,
      aber das eine viel, viel schlimmer - Eintritt frei.
      Moderne Zeiten:
      Sonntags mit der Familie nicht mehr in den Tierpark gehen
      zum Picknick mit hergeworfener Verpackung, sondern
      nach Lankwitz, Wohlstands-Tiermüll zu schauen - en gros & en detail,
      das gruselt schöner!
      Irgendwann werden Schlachthöfe
      Tage der Offenen Tür veranstalten
      zum Spaße der Kinder -
      warten wirs ab,
      denn Menschen dürfen alles.

      Ein kleines Tierili,
      wenn Kuchen auf dem Tisch liegt,
      kann seinen Kopf schräg dazulegen
      und ein Tortenhebergesicht machen.
      Ist gar imstande, eingerollt
      klaglos seine Murmelaugen des Nachts
      im Menschenbett zu schließen.
      In unserem. Man könnte meinen, sogar gerne ...
      Es ist uns nicht böse, wenn wir das nicht wollen,
      denn Tiere dürfen nicht alles.

      Das Tierili, bevor im Tierheim,
      mußte verschiedenen Türkischen Honig probieren
      bittersüß.
      Nacheinander Diener dreier Herrn,
      trägt es (und nicht nur dies eine)
      schwere Narben am Kinn
      sowie im nachdenklichen Hundegehirn.

      Ach, auch Menschen dürften
      nicht
      alles dürfen,
      nur damit andere mit monatelanger Geduld
      mühsam etwas wieder auf die Reihe bringen,
      aus einem Verdammten
      diesen kleinen, komischen Vogel zu machen,
      anhänglich und frohgemut
      Tierili, Tierila ...

      Einen Kampfmenschen hätten wir nicht adoptiert.


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