Protokoll vom 15.4.1999, 19°° Uhr
Anwesend lt. Anwesenheitsliste
Sitzungsleitung: Michael Cullen (Vors.)
Michael Cullen fragt, ob es Einwände zum Protokoll der letzten Sitzung gibt. Das ist nicht der Fall. Holger Münzer teilt ergänzend zum Protokoll mit, daß er den Beschluß des FA zum Metropol-Theater u.a. an die Presse gegeben hat, leider ohne Echo.
Michael Cullen bittet, daß die Tagesordnungspunkte 3 und 2 vorgezogen werden. Es erhebt sich kein Widerspruch, also wird so verfahren.
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TOP 3: Es beginnt sogleich eine rege Diskussion, in der folgendes geäußert wird: Man ist gegen einen Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, auch wenn es lediglich die Fassade wäre, Stichwort: "populistische Schloßbejubler". Der Aufmarschplatz vor dem Palast der Republik ist stadtpolitisch unerträglich, er ist urbanistisch und städtebaulich ein Problem (Thomas Krüger). Es wird für den Erhalt des Palastes der Republik plädiert, zumindest sollte die Architektur ihn in einen Neubau einbeziehen. Der Baukörper sollte Schloßgröße haben. Zuerst aber sollte die Nutzung überlegt werden (Michael Cullen). So könnte man die Häuser I und II der Staatsbibliothek zusammenlegen und in den Scharounbau am Kemperplatz die Stadtbibliothek und die Amerikanische Gedenkbibliothek (AGB) einziehen (M. Cullen).
Dagegen spricht sich Nico Sander (MdA) aus, da man gerade einen Anbau für die AGB für 25 Mio beschlossen habe. Für den Bereich Berliner Schloß müsse man zuerst eine Funktion bestimmen, keine historisierende Fassadendiskussion führen. Hauptziel muß sein: urbanes Leben, die Frage der öffentlichen Nutzung "rund um die Uhr" von 7 - 24 Uhr. Denkbar wäre, daß man den Bundesländern dort die Möglichkeit der Selbstdarstellung gibt, unterschiedliche Gastronomie, aber auch die Stadtbibliothek dort neue Räume fände. Vom Schloß und dem Palast sollte man Spuren sichern und sichtbar machen.
Sigrun Klemmer (MdB) sagt, daß man den Palast der Republik nach der Asbestsanierung nicht wiedererkennen wird. Der große Sitzungssaal wird dafür ausgebaut und konserviert. Sie stellt in Frage, ob der Palast DDR-Bewohnern zur Identifikation diente. Sie hätte Gegenteiliges gehört. Nikos Vorschlag hält sie für praktikabel. Private Investoren wären dabei aber unverzichtbar. Der Grund und Boden ist Bundeseigentum. Und da die Haushaltslage des Bundes nicht besser werden wird, werden öffentliche Baumittel nicht zur Verfügung stehen.
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Protokoll: Elisabeth Kiele, f.d.R.: Holger Münzer, Stellv. Vors.